Kindergarten St. Martin

Kindergarten St. Martin Konzeption

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Vorstellen der Einrichtung

1.1 Träger

1.2 Historie

1.3 Lage und Einzugsbereich

1.4 Bauweise/Räumlichkeiten/Außengelände

2. Gesetzlicher Auftrag des Kindergartens (AVBayKiBiG)

3. Unser Leitbild

4. Das Bild vom Kind

5. Pädagogische Zielsetzung

6. Verschiedene pädagogische Ansätze unserer Arbeit

7. Religiöse Erziehung

8. Raumgestaltung

9. Freispiel – die kindliche Lernform

10. Pädagogische Planung

11. Situationsorientierte Angebote

12. Schlüsselsituationen

12.1. Eingewöhnung

12.2. Begrüßung und Verabschiedung

12.3. Tagesgestaltung,

12.4. Brotzeit

12.5. Bewegung

12.6. Freundschaften schließen, Kontakte knüpfen

12.7. Morgen- oder Stuhlkreis

12.8. Ausflüge

12.9. Partizipation – Mitwirkung der Kinder am Bildungs- und Einrichtungsgeschehen

13. Übergang Kindergarten – Grundschule

14. Mittagsbetreuung für Schulkinder

15.Teamarbeit

15.1. Teamverständnis

15.2. Teamgespräche

15.3. Fortbildung

16. Elternarbeit

16.1. Verständnis von Elternarbeit

16.2. Formen der Elternarbeit

16.2.1. Elterngespräche

16.2.2. Elternabende

16.3. Wir vermitteln wir unsere Arbeitsweise an die Eltern

17. Vernetzung

17.1. Zusammenarbeit mit dem Träger

17.2. Zusammenarbeit mit Fachberatung

17.3. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

18. Kinderschutz § 8a SGB VIII

19. Qualitätssicherung

19.1. Elternbefragung

19.2. Beschwerdemanagement

 

Vorwort

Ein Kind,   ständig benörgelt und bekrittelt -,

                 es lernt, andere zu verachten.

Ein Kind,   ständig der Böswilligkeiten verdächtigt -,

                 es lernt, gegen andere zu kämpfen.

Ein Kind,   ständig lächerlich gemacht und bloßgestellt -,

                 es lernt, sich nichts zuzutrauen.

Ein Kind,   ständig in seinen Gefühlen beschämt -,

                 es lernt sich schuldig zu fühlen.

Ein Kind,   auch mit seinen Unarten zu ertragen -,

                 es lernt geduldig zu sein.

Ein Kind,   ermutigt zum Wagnis -,

                 es lernt vertrauen.

Ein Kind,   für seinen Einsatz gelobt -,

                 es lernt den anderen zu schätzen.

Ein Kind,   fair als Partner behandelt -,

                 es lernt gerecht zu sein.

Ein Kind,   beschützt in der Verlässlichkeit seiner Welt -,

                 es lernt, den Glauben an das Gute.

Ein Kind,   angenommen in gegenseitiger Anerkennung -,

                 es lernt, sich für wertwoll zu halten.

Ein Kind,   geborgen in Freundlichkeit und Zuneigung -,

                 es lernt die Liebe in der Welt zu entdecken.

Dorothy Law Nolte

 

1. Unsere Einrichtung stellt sich vor:

1.1 Träger

Der Träger unserer Einrichtung ist die Stadtkirche Germering - Katholische Kirchenstiftung St. Johannes Bosco. Innerhalb der Stadtkirche wurde 2013 ein Kindertagesstätten-Verbund gegründet. Dieser wird vertreten durch den Trägervertreter: Frau Rita Groffmann

1.2. Historie

Der jetzige Kindergarten „St. Martin“ wurde im Juli 1964 geplant. Bereits ein Jahr später war der Bau abgeschlossen und am 15. November 1965 konnte der Betrieb aufgenommen werden. In den Jahren 1978/79/80 wurden das Gebäude sowie die Außenflächen renoviert. Eine große „Generalsanierung“ des Gebäudes und des Außengeländes fand von November 1997 – Februar 1999 statt. In zwei Bauabschnitten entstand das „neue Gesicht“ unseres Kindergartens.

1.3. Lage und Einzugsbereich

Der Kindergarten liegt nahe dem früheren alten Dorfkerns von Germering. In der näheren Umgebung liegen noch ca. acht Landwirtschaft ausübende Betriebe. Die Kinder kommen aus Einfamilienhäusern, kleineren Mehrfamilien- und wenigen Hochhäusern. Unser Kindergarten ist gut zu Fuß zu erreichen.

1.4. Bauweise, Räumlichkeiten, Außengelände

Das Gebäude ist in Ziegelbauweise erstellt worden. Das Haus ist ebenerdig, der Wirtschaftstrakt ist unterkellert. Es gibt vier Gruppenräume, in welchen sich jeweils ein Spielhaus mit zweiter Spielebene befindet. Die Gruppenzimmer sind alle mit gleichen Möbeln ausgestattet. Jedes Zimmer hat eine kleine Haushaltsecke. Jede Gruppe verfügt über einen Nebenraum. Jeweils zwei Gruppen teilen sich einen Sanitärbereich. Im Zuge der Generalsanierung (1997 – 2000) kam ein großer Bewegungsraum hinzu. Beim Eingangsbereich befinden sich das Büro und zugleich in der Mitte des Gebäudes eine Behindertentoilette. Durch die Gruppenräume gelangt man in den Außenspielbereich. Für die Kinder gibt es einen großen Sandkasten mit Kletterturm und Rutschbahn, sowie ein zusätzliches Klettergerüst. Ein kleinerer Hügel sorgt besonders im Winter für viel Vergnügen. Eine Wasserpumpe mit kleinem Flussbett und Holzbrücke sorgt im Sommer für Abwechslung. Ein Natursteinhügel lädt zum Klettern ein, ein Weidentunnel zum Verstecken. Eine Doppelschaukel und ein Wippmotorrad sorgen für weitere Bewegung und Spaß. In einem Gartenhäuschen finden die verschiedensten Dinge Platz, z.B. Sandspielsachen, Roller, Sonnenschirme etc.

 

2. Gesetzlicher Auftrag des Kindergartens (AVBayKiBiG und AV BayKiBiG)

§ 2 Basiskompetenzen

Zur Bildung der gesamten Persönlichkeit der Kinder unterstützt und fördert das pädagogische Personal auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes folgende Basiskompetenzen:

1. die Entwicklung von freiheitlich-demokratischen, religiösen, sittlichen und sozialen Werthaltungen,

2. den Erwerb von personalen, motivationalen, kognitiven, physischen und sozialen Kompetenzen,

3. das Lernen des Lernens,

4. die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme sowie zur aktiven Beteiligung an Entscheidungen,

5. die Entwicklung von Widerstandsfähigkeit,

6. die musischen Kräfte sowie

7. die Kreativität.

§ 3 Kinderschutz

(1) Werden in der Kindertageseinrichtung Anhaltspunkte für die konkrete Gefährdung des Wohls eines Kindes bekannt, hat die pädagogische Fachkraft auf die Inanspruchnahme geeigneter Hilfen seitens der Eltern hinzuwirken und erforderlichenfalls nach Information der Eltern den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe hinzuzuziehen.

(2) Das pädagogische Personal stimmt bei Anzeichen eines erhöhten Entwicklungsrisikos mit den Eltern des Kindes das weitere Vorgehen ab und zieht erforderlichenfalls mit Zustimmung der Eltern entsprechende Fachdienste und andere Stellen hinzu.

(3) 1. Das pädagogische Personal klärt die Kinder über die Gefahren des Rauchens und über sonstige Suchtgefahren auf und trägt dafür Sorge, dass die Kinder in der Kindertageseinrichtung positive Vorbilder erleben. 2. Der Träger erlässt hierzu für alle den Kindern zugänglichen Räume und den Außenbereich der Kindertageseinrichtung ein Rauchverbot für das pädagogische Personal und für alle Personen, die eine Kindertageseinrichtung aufsuchen.

§ 4 Ethische und religiöse Bildung und Erziehung; Emotionalität und soziale Beziehungen

(1) Alle Kinder sollen zentrale Elemente der christlich-abendländischen Kultur erfahren und lernen, Sinn- und werteorientiert und in Achtung vor religiöser Überzeugung zu leben sowie eine eigene von Nächstenliebe getragene religiöse oder weltanschauliche Identität zu entwickeln.

(2) Das pädagogische Personal soll die Kinder darin unterstützen, mit ihren eigenen Gefühlen umzugehen, in christlicher Nächstenliebe offen und unbefangen Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit anzunehmen, sich in die Kinder einzufühlen, Mitverantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen und untereinander nach angemessenen Lösungen bei Streitigkeiten zu suchen.

§ 5 Sprachliche Bildung und Förderung

(1) Kinder sollen lernen, sich angemessen in der deutschen Sprache sowie durch Mimik und Körpersprache auszudrücken, längeren Darstellungen oder Erzählungen zu folgen und selbst Geschichten zusammenhängend zu erzählen.

(2) Sie sollen Wortschatz, Begriffs- und Lautbildung, Satzbau und sprachliche Abstraktion entsprechend ihrem Entwicklungsstand erweitern und verfeinern.

(3) Dialekte werden gefördert und gepflegt.

(4) Der Sprachstand von Kindern, deren Eltern beide nicht deutschsprachiger Herkunft sind, ist am Ende des vorletzten Kindergartenjahres vor der Einschulung anhand des zweiten Teils des Bogens „Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen (SISMIK) - Sprachliche Kompetenz im engeren Sinn (deutsch)“ zu erheben.

(5) Die sprachliche Bildung und Förderung von Kindern, die nach dieser Sprachstandserhebung besonders förderungsbedürftig sind oder die zum Besuch eines Kindergartens mit integriertem Vorkurs verpflichtet wurden, ist in Zusammenarbeit mit der Grundschule auf der Grundlage der entsprechenden inhaltlichen Vorgaben „Vorkurs Deutsch lernen vor Schulbeginn“ oder einer gleichermaßen geeigneten Sprachfördermaßnahme durchzuführen.

§ 6 Mathematische Bildung

(1) Kinder sollen lernen, entwicklungsangemessen mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen umzugehen, diese zu erkennen und zu benennen.

(2) Kinder sollen Zeiträume erfahren, Gewichte wiegen, Längen messen, Rauminhalte vergleichen, den Umgang mit Geld üben und dabei auch erste Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge erhalten.

§ 7 Naturwissenschaftliche und technische Bildung

(1) Kinder sollen lernen, naturwissenschaftliche Zusammenhänge in der belebten und unbelebten Natur zu verstehen und selbst Experimente durchzuführen.

(2) Sie sollen lernen, lebensweltbezogene Aufgaben zu bewältigen, die naturwissenschaftliche oder technische Grundkenntnisse erfordern.

§ 8 Umweltbildung und –erziehung

Kinder sollen lernen, ökologische Zusammenhänge zu erkennen und mitzugestalten, ein Bewusstsein für eine gesunde Umwelt und für die Bedeutung umweltbezogenen Handelns zu entwickeln und so zunehmend Verantwortung für die Welt, in der sie leben, zu übernehmen.

§ 9 Informationstechnische Bildung, Medienbildung und –erziehung

Kinder sollen die Bedeutung und Verwendungsmöglichkeiten von alltäglichen informationstechnischen Geräten und von Medien in ihrer Lebenswelt kennen lernen.

§ 10 Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung

Kinder sollen lernen, ihre Umwelt in ihren Formen, Farben und Bewegungen sowie in ihrer Ästhetik wahrzunehmen und das Wahrgenommene schöpferisch und kreativ gestalterisch umzusetzen.

§ 11 Musikalische Bildung und Erziehung

(1) Kinder sollen ermutigt werden, gemeinsam zu singen.

(2) Sie sollen lernen, Musik konzentriert und differenziert wahrzunehmen und Gelegenheit erhalten, verschiedene Musikinstrumente und die musikalische Tradition ihres Kulturkreises sowie fremder Kulturkreise kennen zu lernen.

§ 12 Bewegungserziehung und –förderung, Sport

Kinder sollen ausgiebig ihre motorischen Fähigkeiten erproben und ihre Geschicklichkeit im Rahmen eines ausreichenden und zweckmäßigen Bewegungsfreiraums entwickeln können.

§ 13 Gesundheitserziehung

(1) Kindern soll vermittelt werden, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ausreichend Ruhe und Stille zu achten.

(2) Sie sollen Hygiene- und Körperpflegemaßnahmen einüben sowie sich Verhaltensweisen zur Verhütung von Krankheiten aneignen, unbelastet mit ihrer Sexualität umgehen und sich mit Gefahren im Alltag, insbesondere im Straßenverkehr, verständig auseinandersetzen.

(3) Richtiges Verhalten bei Bränden und Unfällen ist mit ihnen zu üben.

 

3. Leitbild

Geprägt durch unser christliches Menschenbild bleiben wir uns selbst treu, um offen und tolerant anderen begegnen zu können. Unser Ziel ist es, den Grundstein zu legen für die Entwicklung eigenständiger und selbstbewusster Menschen, die auf die Entwicklung in der Gesellschaft Einfluss nehmen, sich einsetzen aber auch eingliedern können. Wir sind eine familienergänzende Einrichtung für Kinder und deren Eltern, das in einem gewissen Rahmen abhängig ist von den Statuten, die ihm der Träger als Vertreter der katholischen Kirche sowie das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (Bay.KiBiG v. 01.08.2005) vorgeben. Wir vermitteln den uns anvertrauten Kindern die Grundlagen zu selbständigen, selbst denkenden und kritisch hinterfragenden Menschen. Die Kinder werden von uns in ihrer Individualität akzeptiert und wir geben ihnen die Möglichkeit als Freund, Begleiter und auch als Vorbild, sich in ihrer Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Wir verstehen uns als Partner und Begleiter der Eltern in der Erziehung ihrer Kinder.

 

4. Das Bild vom Kind

Für uns sind Kinder individuelle Persönlichkeiten, die zu ihrer Entwicklung und Entfaltung verschiedenen Menschen, soziale Situationen und auch unterschiedliche Erfahrungen in der näheren und weiteren Umgebung brauchen, an denen sie sich orientieren können. Unsere Aufgaben sehen wir darin, Ansprechpartner zu sein für alle im Kindergarten auftauchenden oder in den Kindergarten hinein getragenen Fragen und Probleme. Wir bieten uns als beständige Bezugspersonen an, die ihnen am Beginn ihres Weges zu Selbständigkeit zur Seite stehen. So setzen wir unsere pädagogischen Mittel ein, die Kinder ihre Stärken wie auch ihre Schwächen erkennen lassen um daran und damit zu arbeiten und so das Selbstwertgefühl zu festigen oder gegebenenfalls zu wecken. Da jedes Kind gemäß seinem Entwicklungsstand und seinen Fähigkeiten entsprechend angenommen wird, sehen wir uns als einen Wegbereiter zu einem selbstbewussten Schulkind, das seine Werte und Fähigkeiten schätzen kann. Unser Bestreben ist es, mit den Kindern eine Umgebung zu schaffen, in der man sich gegenseitig achtet, ehrlich, offen und vertrauensvoll miteinander umgeht.

 

5. Pädagogische Zielsetzung

Unser erstes und zunächst wichtigstes Ziel ist, dass sich die Kinder bei uns wohl fühlen. In einer Umgebung, in der sich das Kind gerne aufhält, gewinnt es Sicherheit zu fragen, Fehler zu machen, sich selbst in seinen Stärken und Schwächen zu entdecken. Aufgrund unseres „teil-offenen“ Konzeptes ermöglichen wir es den Kindern, dies nicht nur in der eigenen Gruppe zu erfahren, sondern auch durch die Möglichkeiten des gemeinsamen Spiels im Gangbereich, Garten, sowie gegenseitige Besuche in den anderen Gruppen während der Freispielzeit. Gerne schauen die Kinder in dieser Zeit auch bei der Köchin vorbei. Unser Ziel ist es, das Kind unterstützend auf diesem Weg zu begleiten. Wenn das Kind den Kindergarten verlässt, soll es wissen und akzeptieren, dass es Dinge gibt, die es besser kann als andere; dass die Möglichkeit besteht, an Schwachstellen zu arbeiten, damit sie weniger ausgeprägt sind und es soll sich dessen bewusst sein, dass dies bei den anderen Kindern genauso ist. Ein Kind, das sich in diesem Maße selbst bewusst erlebt, hat Vertrauen zu sich und auch zu anderen und kann den nächsten Schritt, den zur Schule, gestärkt antreten. Dies unterstützen wir durch Gruppenübergreifende Vorbereitungen zu den großen Festen (St. Martin, Nikolaus etc.). Ein weiteres Ziel unserer Arbeit ist, das Kind gruppenfähig in die Schule zu entlassen. Unter „gruppenfähig“ verstehen wir, dass sich das Kind in einer Gruppe ein-, über- und unterordnen kann, dass es andere Kinder so akzeptiert, wie sie sind, dass es Spaß daran hat, etwas gemeinsam mit anderen tun/erleben zu können und nicht zuletzt, dass es Konflikten nicht aus dem Weg geht, sondern kreativ versucht, sie mit den anderen Gruppenmitgliedern zu lösen. Nicht zuletzt setzen wir uns das Ziel, die Kinder dahin zu führen, dass alle Sinne für sie erfahrbar werden. Wir sensibilisieren sie für die Natur, unterstützen sie darin, selbständig zu werden, suchen ihre schöpferischen Kräfte zu wecken in musischen Bereichen zu denen auch Sprache und Bewegung zählen.

 

6. Verschiedene pädagogische Ansätze unserer Arbeit

Wir arbeiten nicht strikt nach einem bestimmten pädagogischen Ansatz. Durch gründliches Beobachten einzelner Kinder, kleinerer Gruppierungen und der ganzen Gruppe erkennen wir die jeweiligen Bedürfnisse und leiten daraus die Gewichtung unser pädagogischen Arbeit ab. Grundsätzlich steht der soziale Bereich im Vordergrund. Durch reduziertes Angebot von Spielsachen können Kinder von Beginn an erfahren, dass im Kindergarten noch andere Kinder mit eigenen Bedürfnissen sind. Spielecken wie Bauecke, Puppenecke, Spielhaus u.a. fordern zum Zusammenspiel und damit zur Auseinandersetzung mit den anderen auf. Den Kindern soll ebenso eine Orientierung durch den Jahreslauf vermittelt werden, sei es über den Wandel der Natur oder basierend auf kulturellem, traditionellem oder religiösem Hintergrund. Zu all dem gehört nicht zuletzt die Achtung der Individualität des Kindes. Unsere Arbeit orientiert sich an dem Kind. Seine Ideen und Bedürfnisse werden aufgegriffen, Probleme ihrem Alter entsprechend zusammen gelöst. Aus vielen dieser Methoden lässt sich unser Hauptanliegen folgern. Wir sehen unsere Pädagogik als eine ganzheitliche an, worunter wir eine Erziehung verstehen, die möglichst viele Lebensräume und Lebensgebiete einbezieht. Um zu verdeutlichen, welche Grundsätze unserer pädagogischen Arbeit zugrunde liegen, sollen einige pädagogische Ansätze erwähnt sein, aus denen wir unseren individuellen Ansatz entwickelt haben: F. Fröbel - ganzer Mensch werden, ganzer Mensch sein, als ganzer Mensch leben; M. Schörl – Raumteilverfahren; M. Montessori – Hilf mir, es selbst zu tun; Jahreszeiten/Kirchenjahr/Situationsorientierter Ansatz – kindzentriert, lebenspraktische Fähigkeiten entwickeln lassen; Waldorfpädagogik – Schöpfung lieben und bewahren, der Mensch ist Teil der Natur

 

7. Religiöse Bildung und Erziehung

Als Katholischer Kindergarten ist es für uns selbstverständlich den Kindern christliche Normen und Werte zu vermitteln. Das zeigt sich im bewussten Umgang miteinander, in der Achtung unserer Mitmenschen. Wir legen wert darauf den Kindern ihre Umwelt schützens- und achtenswert nahe zu bringen. Ferner vermitteln wir Glaubenswissen auf der Basis Christlicher Tradition. So bereiten wir gemeinsam mit den Kindern, Feste wie St. Martin (Helfen – Teilen), Nikolaus (Nächstenliebe), Weihnachten (Geburt Jesu) und Ostern (Auferstehung) sowohl in christlicher als auch thematischer Weise vor. Bei dem Fest St. Martin lernen die Kinder nicht nur das „Leben und Tun“ des Heiligen kennen, sie sollen auch erfahren wie sie dieses „Leben und Tun“ in ihre Handlungsweisen und im täglichen Umgang mit ihren Mitmenschen einsetzen können. Ein fester Bestandteil unseres täglichen Ablaufes ist das Tischgebet zum Mittagessen. Dieses „gemeinsame Tun“, - sich an den Händen halten und für unsere Speisen zu danken, ist für die Kinder ein Erlebnis. Es fördert u.a. das Bewusstsein der Kinder, - an andere Menschen und Kinder zu denken, denen es nicht so gut geht wie uns selbst. Das bewusste Erleben der Zugehörigkeit zu unserer Kirchengemeinde, sind Besuche mit den Kindern in der Kirche. Die Anlässe dazu ergeben sind aus dem Ablauf des Kirchenjahres (z.B. Erntedank, Weihnachten, Lichtmess u.s.w).

 

8. Raumgestaltung

Die Räume sind funktional, doch nicht einseitig festgelegt. Der Gruppenraum ist übersichtlich und ermöglicht gleichzeitig vielfältige Aktivitäten; er ist Raum für die Gemeinschaft und bietet Nischen für Einzelaktivitäten und Spiele in kleinen Gruppen. Die gesamte pädagogische Arbeit ist in einen räumlich-materialen Kontext eingebettet, der pädagogische Prozesse unterstützt oder behindert und das soziale Verhalten der Kinder beeinflusst. Die ästhetische Gestaltung und Ausstattung der Räume spricht die Sinne der Kinder an. Schön gestaltete Spielflächen und besondere Blickfänge geben Räumen eine Atmosphäre, in der sich Kinder und Erzieherinnen wohl fühlen können. Kleine Räume im Raum, verschiedene Ebenen und ansprechendes Mobiliar vermitteln den Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Behaglichkeit. Die Kinder strukturieren ihre nähere Umgebung und finden sich so zurecht. Kinder eignen sich Räume aktiv an, d.h. sie nehmen den Raum nicht nur mit den Augen wahr, sondern durch Bewegung und mit allen Sinnen. Kinder erschaffen sich mit Möbeln, Tüchern, Gegenständen eigene Räume denen sie im Spiel Bedeutung geben. So können sich die Kinder als selbst wirksam erleben. Die Spiel- und Gestaltungsräume, die wir den Kindern zu Verfügung stellen, beeinflussen das Selbstbild der Kinder. Hierbei ist es die Aufgabe der Erzieherin, die Kinder zu beobachten und zu erkennen, ob die zur Verfügung stehenden Materialien und Gestaltung der Räume dem Entwicklungsstand, den Bedürfnissen und Interessen der Kinder entsprechen. Angemessen gestaltete Räume unterstützen die Erzieherin in ihrer Arbeit und geben ihr eine funktionale Umgebung vor, in der sie ihre Ideen und Angebote für die Kinder sowie alle pädagogischen und pflegerischen Abläufe realisieren kann.

 

9. Das Freispiel - die kindliche Lernform

Freispiel bedeutet, dass das Kind so spielen kann, wie es möchte, vorausgesetzt, es lässt sich mit dem Spielbedürfnis der anderen Kinder vereinbaren. Die allgemeinen Regeln müssen auch im Freispiel eingehalten werden. Der Gruppenraum und sein Nebenraum, sowie der Gang und Garten stehen allen Kindern zur Verfügung. Jeder kann entscheiden, ob und was er malt, baut, mit wem er spielt, wann er Brotzeit macht usw. Freispiel ist eine ideale Zeit, diverse Fähigkeiten auszuprobieren, zu vervollkommnen, zu entdecken. In dieser Zeit bilden sich Freundschaften, lassen sich soziale Interaktionen erlernen (Rollenspiel in Puppenecken, Spielhäusern, Bauecken.....) und nebenbei hat man evtl. eine Erzieherin eine Zeit lang für sich alleine. Die beste Zeit, ein Kind zu beobachten, zu sehen, wie es spielt, ob es sich anderen anschließt... ist die Freispielzeit. Hier kann das Verhalten des Kindes vollkommen anders sein als im Stuhlkreis oder bei einem Angebot seitens der Erzieherin, wo es sich vielleicht beobachtet fühlt. Das Kind entscheidet selbst, die Erzieherin sitzt u.U. nicht verunsichernd daneben, das Kind kann aufhören, das Betätigungsfeld nach seinem eigenen Bedürfnis ändern.

 

10. Pädagogische Planung

Pädagogik bedeutet für uns Erziehung, Leitung, Führung und Bildung. Um dies qualifiziert anbieten zu können, ist der Zeitfaktor ein wichtiges Element. Zeit braucht sowohl das einzelne Kind als auch die Gruppe und nicht zuletzt wir, die Erzieherinnen. Entwicklung kann begleitet oder auch geleitet werden aber nicht durch einen von uns gesetzten Zeitplan erzwungen werden. Unsere pädagogische Planung entsteht durch Beobachtung der einzelnen Kinder, durch erkennen ihrer Bedürfnisse, ihres Entwicklungsstandes, ihrer Stärken und Schwächen. Ebenso wichtig wie das einzelne Kind stellen sich in unseren pädagogischen Überlegungen die Bedürfnisse der ganzen Gruppe dar. Innerhalb der einzelnen Gruppen bilden sich wiederum Teilgruppen die sich grundsätzlich von der großen Gruppe unterscheiden können (Vorschulkinder, Mädchen/Buben, Kinder im Garten usw.). Nicht zuletzt fließen in unsere pädagogischen Überlegungen auch Beobachtungen aller Gruppen als Ganzes ein. (Kennen sich einige Kinder, kommen sie in Kontakt zueinander, entsteht Konkurrenz...?). Durch unsere konstante Teamarbeit erschaffen wir die Möglichkeit, im Austausch mit den Kolleginnen verschiedene Beobachtungen gleicher Situationen zu erfahren. Individuelles Fachwissen und unterschiedliche Erfahrungsfelder wie auch diverse Räumlichkeiten erlauben uns eine gewisse Flexibilität in der Durchführung unserer pädagogischen Ansätze.

 

11. Situationsorientierte Angebote

Angebote für die Arbeit in der Gruppe, die von Seiten der Erzieherin kommen, stellen das Kind als Ganzes in den Vordergrund. Dies bedeutet, dass das Kind ganzheitlich, also mit all seinen Sinnen, seinen Gefühlen, seinem Entwicklungsstand, seinen Lebensräumen usw. angesprochen wird. Solche Angebote lassen das Kind seine Umwelt erleben, mit ihr experimentieren, sich in ihr bewegen. Es soll sich selbst erfahren und seine Fähigkeiten wie auch seine Grenzen kennen lernen. Durch Rhythmik, Turnen, Spaziergänge ermöglichen wir dem Kind, Vertrauen zu seinem Körper zu gewinnen und sicher in seinen Bewegungen zu werden. Spiele, Spielecken, diverse ausgesuchte Materialien die bereitgestellt werden, wie Bücher, Naturmaterialien, Werkzeug u.a. helfen die Kreativität und Phantasie der Kinder zu wecken und deren Entwicklung zu unterstützen. Anregungen seitens der Erzieherinnen und Impulse setzen wir sehr gezielt ein oder werden evtl. von uns auch wieder zurückgenommen, wenn das Kind sie nicht annehmen oder umsetzen kann. So fördern wir das Vertrauen der Kinder in die Erzieherinnen. Sie dürfen ihre Ideen verwirklichen, sie müssen sich nicht immer unterordnen. Die Erzieherinnen zeigen, dass sie auch manchmal nur Spielpartner sein können. Bei unseren Angeboten orientieren wir uns überwiegend an den Bedürfnissen der Gruppe, die sich durch Beobachtungen erkennen lassen oder sich im direkten sozialen Kontakt äußern.

 

12. Schlüsselsituationen

12.1 Eingewöhnung

Eines der wichtigsten Erlebnisse in der Kindergartenzeit ist die Anfangszeit. Das Kind freut sich meistens sehr auf den Kindergarten, ist sich aber nicht bewusst, dass sich vieles in seinem bisherigen Tagesablauf ändern wird und dies nicht immer bequem oder angenehm ist. Es muss sich einer neuen Umgebung anpassen, deren Regeln lernen und einhalten, es kennt die meisten Kinder, mit denen es den Vormittag verbringen muss, nicht. Dies alles verursacht Unsicherheit. Jedoch nicht nur das Kind ist verunsichert. Auch die Eltern sehen sich einer fremden Situation gegenüber. Sie vertrauen ihr Kind einer Einrichtung, einer Person an, die sie nur flüchtig kennen. Damit diese Ängste nicht zum Problem werden, finden viele Gespräche zwischen Eltern und Erzieherinnen statt. Hier erfahren die Eltern beim Abholen des Kindes, wie es sich verhalten hat, ob es gespielt hat, ob es Heimweh hatte usw. Die ersten Kontakte zwischen Kindern entwickeln sich schon nach relativ kurzer Zeit. Meist wechseln sie die „Freunde“ sehr oft. Das Kind probiert aus, wer zu ihm passt, mit wem es am besten spielen kann. Ein „Freund“ ist auch mal ein Kind für einen Tag, weil die Kinder sehr viel zusammen gelacht haben oder zusammen am Maltisch saßen. Eher selten finden die Kinder auf Anhieb ein anderes Kind, mit dem die „Freundschaft“ die ganze Kindergartenzeit andauert. Auch für Erzieherinnen ist die Eingewöhnungszeit eine Zeit der Neuorientierung. Sie kennen viele Kinder nicht, müssen Kinder wie Eltern kennen lernen, Unsicherheiten seitens der Eltern abbauen, einen „Plan“ erarbeiten, wie aus den Individuen eine intakte Gruppe entstehen kann. Nach den ersten Wochen erkennt man schon eine Gruppenzusammengehörigkeit. Die Kinder halten die meisten Regeln im Kindergarten selbstverständlich ein, haben Spielkameraden, Spaß mit den anderen Personen in der Gruppe und vermitteln ihren Eltern, dass sie ihr Kind durchaus alleine im Kindergarten lassen können.

12.2. Begrüßung und Verabschiedung

Der Aufenthalt im Kindergarten bedeutet für Kinder und Eltern eine Trennung für einige Stunden. Das Gruppenpersonal begrüßt jedes Kind mit Handschlag und seine Eltern individuell und freundlich, so dass sie sich in der Einrichtung willkommen fühlen. An manchen Tagen fällt die Trennung leicht, manchmal, besonders in der Eingewöhnungszeit, ist das Abschied nehmen schwierig. Dann unterstützt die Erzieherin Eltern und Kinder bei der Gestaltung des Abschieds und beim Übergang der Kinder in das Gruppengeschehen. Die Abholphase wird ebenfalls durch eine klare Struktur und die Verabschiedung mit Handschlag von jedem Kind gestaltet. Die Erzieherin nutzt die Gelegenheit zum Austausch mit den Eltern über Erlebnisse des Kindes und Ereignisse des Tages. Dadurch wird dem Kind und den Eltern ihre Freude auf das nächste Wiedersehen vermittelt.

12.3. Tagesgestaltung

Viele Elemente der Tagesgestaltung (Begrüßung, Freispielzeit, Brotzeit, etc.) sind bestimmte Rituale, die täglich wiederkehren. Diese Situationen und Routinen finden in der gleichen Reihenfolge statt und gestalten den Tag für die Kinder vorhersehbar. Sie bieten den Kindern Orientierung und Sicherheit. Vorgegebene Fixpunkte helfen ihnen, ein Zeitgefühl zu entwickeln und für sich selbst vorausschauend zu planen. Neben den Routinen muss die Gestaltung des Alltags einer Vielfalt unterschiedlicher und wechselnder Bedürfnisse der Kinder gerecht werden und eine Ausgewogenheit zwischen abwechslungs¬reichen Aktivitätsphasen wie auch Ruhe- und Entspannungsphasen herstellen. Die Erzieherin plant und initiiert Aktivitäten für den Tag und bezieht die Ideen und Vorschläge der Kinder mit ein. Die Struktur des Tages ist einerseits für die Kinder vorhersehbar, hat aber auch Spielräume für spontane Veränderungen, die sich aus aktuellen Ereignissen und Bedürfnissen ergeben.

12.4. Brotzeit

In unserem Kindergarten können die Kinder innerhalb der Freispielzeit selbständig entscheiden, zu welchem Zeitpunkt sie Brotzeit machen möchten. Einige Kinder kommen sehr früh in den Kindergarten, andere Kinder frühstü¬cken nicht zu Hause. Deshalb bieten wir diesen Kindern die Möglichkeit der „gleitenden“ Brotzeit an. Diese Kinder brauchen die Möglichkeit möglichst früh etwas essen zu können. Ein weiterer Aspekt dieser Brotzeitform ist Selbstbestimmung und Selbstwahrnehmung (- wann habe ich Hunger-). Kinder entscheiden ihrem Spielbedürfnis entsprechend selbst. Dadurch werden Spielgruppen nicht unterbrochen, die Kinder sind zufriedener. Sie bestimmen ihre Essensdauer, ihre Brotzeitpartner und ihre weitere Spielplanung weitge¬hend selbst. Intensive Gespräche als auch Vergnügen und Spaß begleiten die Brotzeit. Diese Art der Brotzeit ermöglicht das selbständige Abspülen, Abtrocknen und Verräumen des Brotzeitgeschirrs. Für die Erzieherin ist währenddessen Zeit individuelle Teilgruppenarbeit oder sonstige Aktivitäten weiterzuführen.

12.5. Bewegung

Bewegung hat in der Entwicklung von Kindern einen besonderen Stellenwert. Bereits das Kleinstkind drückt seine Bedürfnisse und Empfindungen durch Bewegungen aus. Nur durch vielfältige und dauernde Bewegungserfahrungen nehmen die Kinder ihren Körper im Verhältnis zum Raum wahr. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen psychischem Wohlbefinden, der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Beherrschung motorischer Abläufe. Wir sehen eine zentrale Aufgabe darin, Kindern sowohl in den Innenräumen wie auf dem Außengelände großzügige Bewegungsräume für Spiele und grob¬-moto¬rische Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. So ist es den Kindern in unserer Einrichtung erlaubt, in begrenzter Anzahl alleine im Turnraum, Garten oder Gang zu spielen. Jede Gruppe hat einen festen Turntag in der Woche. Die Kinder werden zu einzelnen Bewegungsabläufen ermuntert und angeleitet. Dabei richten wir uns nach dem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand der Kinder. Sie sollen Bewegung als eine selbstverständliche und lustbetonte Tätigkeit sehen.

12.6. Freundschaften schließen, Kontakte knüpfen

Freunde zu haben ist ein wichtiger Faktor selbst für die jüngsten Kindergartenkinder. Bei ihnen wechseln die Freunde noch recht schnell. Die Kriterien einen Freund zu haben, sind meist situationsabhängig. Vorschulkinder schließen beständigere Freundschaften. Sie beurteilen einen Freund danach, wie gut sie allgemein auskommen, ob sie gemeinsam etwas erleben können und viele Dinge gleich lustig und aufregend finden. Sie planen etwa schon voraus, was sie am nächsten Tag spielen wollen, wann sie gemeinsam ihre schulvorbereitenden Aufgaben erledigen werden u.ä. Solche Freundschaften sind verlässlich, ein Freund hilft dem anderen und hält zu ihm bei Konflikten. Konflikte auszutragen ist eine Schwierigkeit, die nicht allein im Kindergarten zu lösen ist. Hier können Grundsteine gelegt und verschiedene Möglichkeiten ausprobiert werden, wie man einen Konflikt bewältigen kann. Dabei ist meist die neutrale Hilfe des Erwachsenen nötig. Den Kindern wird durch Gespräche nahe gebracht, dass ein schnell gemurmeltes „Entschuldigung“ nicht bedeutet, dass damit jeder Konflikt gelöst ist.

12.7. Morgen- oder Stuhlkreis

Zu Beginn als Begrüßung und Orientierung oder zum Abschluss eines Vormittags finden sich alle Kinder einer Gruppe zum Stuhlkreis zusammen. Gemeinsam stellen sie die Tische zur Seite und die Stühle zu einem Kreis. Jetzt finden sich Gelegenheiten für ein Gruppengespräch, eine Geschichte, Kreisspiele u.ä. Die Kinder lernen sich im Stuhlkreis alle kennen, sie üben, vor einer Gruppe Kinder etwas zu sagen (zunächst bei Spielen) ebenso wie sich zurückhalten zu können, wenn ein anderes Kind gerade spricht. Stuhlkreis fordert den Kindern eine hohe Konzentration ab, denn es gibt die Möglichkeit vieler Ablenkungen: der Nachbar, das Kind gegenüber, Geschehnisse im Garten, Geräusche vom Flur, usw. Gleichzeitig soll aufgepasst werden, was im Stuhlkreis passiert. In dieser Situation ist die Rolle der Erzieherin eher dominant. Sie plant, wie der Stuhlkreis gestaltet wird, schließt jedoch Vorschläge der Gruppe nicht aus, vor allem bei Spielen. Für die Kinder ist der Stuhlkreis ein Teil des Tagesablaufs. Es kehrt Ruhe ein, das „Angebot“ ist reizvoll, die Kinder erfahren einen gemeinsamen Beginn bzw. Abschluss des Vormittages.

12.8. Ausflüge

Ausflüge gehören selbstverständlich zu unserem Kindergartenalltag dazu. Wir wollen uns jedoch nicht an dem allgemeinen Freizeitaktivismus und Konsumverhalten beteiligen, sondern die Bedürfnisse der Kinder und ihre Lebensumstände berücksichtigen. Viele Kinder werden auch für kurze Strecken mit dem Auto oder den Kinderwagen gefahren und sind es nicht gewöhnt, zu Fuß zu laufen. Deshalb beschränken wir uns bei den 3–5jährigen Kindern auf Ausflüge in die nähere Umgebung. Wir unternehmen Kleingruppenexkursionen z. B. zur Apotheke, Einkäufe, Post etc. und ermöglichen ihnen das Kennen lernen alltäglicher Handlungen und Erleben ihrer näheren Umwelt. Wir sind der Ansicht, dass Ausflüge etwas Besonderes sein sollten. In vielen Familien findet aber ein Überangebot an Aktivitäten statt, wodurch kleinere Kinder oftmals überfordert sind. Bei großen Ausflügen verstehen sie die Anweisungen nicht und können Gefahren im Straßenverkehr und beim benützen öffentlicher Verkehrsmittel (z.B. Bus, S- Bahn) entwicklungsbedingt nicht einschätzen. Für die Vorschulkinder finden mehrere große Ausflüge statt. Sie sind aufgrund ihrer geistigen und körperlichen Reife in der Lage, Anweisungen Folge zu leisten sowie das Erlebte zu begreifen und zu verarbeiten. Dies bildet demgemäß den besonderen Abschluss ihrer Kindergartenzeit.

12.9. Partizipation - Mitwirkung der Kinder am Bildungs - und Einrichtungsgeschehen

„Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Es ist zugleich ein Recht, sich nicht zu beteiligen. Dieser Freiwilligkeit seitens der Kinder, ihr Recht auszuüben, steht jedoch die Verpflichtung der Erwachsenen gegenüber, Kinder zu beteiligen, ihr Interesse für Beteiligung zu wecken“ (Art. 12 UN-Kinderrechtskonvention § 8 Abs. 1 Satz 1 SGBVVIII, Art. 10 Abs. 2 BayKiBiG) Mitwirkung der Kinder in unserer Einrichtung bedeutet, die Kinder • beteiligen sich bei Themen und deren Inhalten, sowie Angeboten • lernen eigene Bedürfnisse zu äußern (z.B. Gefühle, Wünsche, Ängste und Sorgen) • erlangen Selbstbewusstsein und erfahren dadurch Werte wie z.B. Toleranz, Solidarität und Demokratie • lernen das Recht zu haben, eigene Grenzen aufzuzeigen und zu vertreten • erlernen eine gemeinsame Konfliktlösung durch wertfreies äußern der Meinung und angemessene Sprache • Mitwirkung bedeutet für die Mitarbeiter gleichzeitig Herausforderung und Bereicherung • Mitwirkung bedeutet für die Eltern, das Erleben aktiver Erziehungspartnerschaft

 

13. Übergang des Kindes in die Grundschule

Die Kooperation von Eltern, Kindertageseinrichtung und Grundschule als Partner in gemeinsamer Verantwortung für das Kind

Aufgabe der Kindertageseinrichtung ist es, die Kinder langfristig und angemessen auf die Schule vorzubereiten. Diese Aufgabe beginnt am Tag der Aufnahme.

Für eine gelingende Schulvorbereitung und Übergangsbewältigung ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Eltern, Kindertageseinrichtung und Grundschule erforderlich. Die Kooperation von Kindertageseinrichtung und Grundschule besteht zu einem wesentlichen Teil aus gegenseitigen Besuchen, bei denen Erzieherinnen, Lehrkräfte und Kinder miteinander in Kontakt kommen. Die Kindertageseinrichtung arbeitet insbesondere mit jener Grundschule zusammen, die sich in der näheren Umgebung befinddet. Nicht auszuschließen ist, dass einzelne Kinder später in eine andere Schule kommen.

Typische Besuchsituationen sind:

Lehrkräfte der Grundschule besuchen die Kindertageseinrichtung, um die Partnersituation Kindertageseinrichtung näher kennen zu lernen oder in Abstimmung mit der Kindertageseinrichtung den einzuschulenden Kindern Bildungsangebote zu machen oder einen Vorkurs durchzuführen. Die Lehrkräfte kommen hierbei zwangsläufig mit allen Kindern in der Einrichtung in Kontakt.

Die Kinder Besuchen die Grundschule in Begleitung mit ihren Erzieherinnen.

Alle Kinder sind daran beteiligt, wenn z.B. mit Schulklassen gemeinsame Projekte durchgeführt werden. Für Kinder deren Einschulung ansteht, sind Schulbesuche wichtig, um den neuen Lebensraum Schule und die neuen Bezugspersonen frühzeitig kennen zu lernen. In Absprache mit der Schule besteht die Möglichkeit, dass Lehrkräfte speziell für diese Kinder in der Schule spielerisch gestaltete Unterrichtseinheiten anbieten oder einen Vorkurs durchführen oder Erzieherinnen die Kinder bei Aktionen im Rahmen der Schuleinschreibung begleiten (z.B. Einschreibungstag, Schnuppertag, Schl- bzw. Unterrichtsspiel.)

Erzieherinnen besuchen die Grundschule, um die Parnersituation Grundschule näher kennen zu lernen bzw. am Schulunterricht zu hospitieren. Im Rahmen der Unterrichtshospitation können sie zugleich ihre "ehemaligen" Kinder erleben und sehen, wie es ihnen in der Schule ergeht. Diese Eindrücke geben wichtige Rückmeldung an das pädagogische Personal.

Eine intensive Schulvorbereitung und damit Fachgespräche, in denen sich Kindertageseinrichtung und Grundschule über einzelne Kinder namentlich und vertieft austauschen, finden in der Regel erst im letzten Jahr vor der Einschulung statt. Zu dessen Beginn werden alle Eltern auf dem Einschulungselternabend und im Einzelgespräch um ihre Einwilligung ersucht, solche Fachgespräche bei Bedarf und in Absprache mit den Eltern führen zu dürfen. Bei Kindern die an einem Vorkurs Teilnehmen, erfolgt das Einwilligungsverfahren in der Regel bereits im Jahr davor. An einem "Vorkurs Deutsch lernen vor Schulbeginn" nehmen jene Kinder mit und ohne Migrationshintergrund teil, die einer gezielten Begleitung und Unterstützung bei ihren sprachlichen Bildungs- und Entwicklungsprozessen bedürfen. Die Kursteilnahme verbessert Startchancen der Kinder in der Schule. Dem Vorkurs geht eine Erhebung des Sprachstandes des Kindes in der letzten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres voraus. Er beträgt 240 Stunden, die Kindergarten und Grundschule je zur Hälfte erbringen. Der Kindergartenanteil beginnt in der zweiten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres mit 40 Stunden und setzt sich im letzten Jahr mit 80 Stunden fort. Die Schule erbringt im letzten Kindergartenjahr 120 Stunden Vorkurs. Im letzten Jahr beginnt zugleich die Begleitung des Kindes, aber auch der Eltern beim Übergang in die Schule.

 

14. Mittagsbetreuung für Schulkinder

Mit dem Angebot der Mittagsbetreuung wird den Kindern der Eintritt in den Schulalltag erleichtert, da sie nach Schulschluß in eine vertraute Umgebung zurückkehren, bis sie dort von ihren halbtags berufstätigen Eltern abgeholt werden. Das Angebot stellt damit eine Brückenfunktion dar, das besonders Eltern entgegenkommt, von denen noch ein Kind unseren Kindergarten besucht. Sie wissen ihre Kinder gut betreut und sparen Zeit und zusätzliche Wege beim Abholen. Zudem können sich die Geschwisterkinder besuchen, was aus unseren Beobachtungen heraus für beide Seiten bereichernd wirkt, sie haben aber auch die Möglichkeit ihren eigenen Interessen nachzugehen.

Zu den pädagogischen Kernaufgaben der Schulkindbetreuung gehört die professionelle Begleitung der kindlichen Bedürfnisse nach einem meist anstrengenden Schultag mit unterschiedlichsten Erfahrungen. Es ist unsere Aufgabe die Kinder in ihrer jeweiligen Situation abzuholen, als Gesprächspartner bereit zu stehen, ohne uns aufzudrängen. Wenn mehrere Kinder die gleiche Klasse besuchen, ist es wichtig Hilfestellung zur Lösung von Konflikten anzubieten, die sich evt. bereits am Vormittag oder auf dem gemeinsamen Weg zur Mittagsbetreuung aufgebaut haben.

Deshalb ist es unsere Aufgabe den Kindern eine Trödelzeit zuzugestehen, bevor sie zum Mittagessen gehen, für das sie gemeinsam den Tisch decken. In gemütlicher Atmosphäre können sie sich hier weiter über die Schule und Privates austauschen oder Aktivitäten für die Zeit bis 14.00 Uhr planen.

Vielseitige Angebote, wie der Bewegungsraum, Spielecken im Gruppenraum, die Pfarrwiese, der Garten, der Werkraum, altersgemäße Spiele und Bastelangebote, die sie weitgehend selbständig ausführen können, stehen den Schulkindern zur Verfügung.

Unser Ziel ist es, die Schulkinder weiterhin in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern im Blick auf die Schlüsselkompetenzen im Bereich der personalen Kompetenz (persönliches Erfahrungswissen), der sozialen Kompetenz, der Wissens-und Lernkompetenz. Letztere bezogen auf natürliche alltägliche Lernsituationen, da es in unserer Einrichtung ein freiwilliges, aber nicht verpflichtendes Angebot zur Erledigung der Hausaufgaben gibt, das heißt, dass wir die Kinder nicht in ihrer Motivation ausbremsen, aber aufgrund des begrenzten Zeitraumes nicht dazu verpflichten.

 

15. Teamarbeit

15.1. Teamverständnis

Unser Team versteht sich partnerschaftlich. In vielen Belangen stehen wir uns gegenseitig beratend und unterstützend zur Seite. Der ständige Austausch über unsere Arbeit ist uns sehr wichtig. So können wir gewährleisten, dass das Klima in unseren Gruppen recht ausgeglichen ist und gegebenenfalls korrigiert wird. Dadurch schaffen wir für die Kinder eine Atmosphäre, in der sie sich sicher bewegen, deren Regeln sie einfach durchschauen und sich an ihnen orientieren können. Unsere Diskussionen beschränken sich nicht nur auf interne Themen. Wir orientieren uns an Fachliteratur, Fortbildungen sowie Beiträgen und Erfahrungen von Kolleginnen im weiteren Umfeld und an der kritischen Betrachtung der Sozialpolitik und auch des näheren sozialen Umfeldes. Die Methoden, nach denen wir arbeiten, lassen sich auf die Erkenntnisse dieser Zusammenarbeit zurückführen.

15.2. Teamgespräche

Teamgespräche finden im zweiwöchigen Rhythmus statt und richten sich nach einer festen Struktur (Ort, Zeit, Räumlichkeit, Moderation und Ergebnissicherung). Die Tagesordnungspunkte werden protokollarisch festgehalten. Inhalte von Teamgesprächen, sind unter anderem die Planung und Weiterentwicklung des pädagogischen Angebots, der Zusammenarbeit mit den Eltern (Elternbeirat), der beruflichen Fortbildung als auch Verantwortlichkeiten für bestimmte Aufgaben, Probleme und Konflikte sowie Verwaltungsangelegenheiten. Zusätzlich finden im wöchentlichen Zyklus Gruppenleitergespräche statt. Sie dienen dem Austausch über Fragen, Probleme, Konflikte im Kindergartenalltag sowie der Weiterentwicklung des Konzepts und sind Anregungen für Themen und Projekte.

15.3. Fortbildung

Die Mitarbeiterinnen können auswählen an welchen regelmäßigen und vielfältigen Angeboten zur beruflichen Weiterentwicklung und Fortbildung Interesse besteht. Sie stimmen ihre Wahl inhaltlich und organisatorisch mit der Einrichtung ab. Durch diese Fortbildung werden die eigene Persönlichkeit und das Fachwissen weiterentwickelt. Erhaltenes Material und Informationen werden an die anderen Mitarbeiter weitergegeben. Hierdurch erfährt die gesamte Einrichtung zugleich eine Bereicherung. Man bekommt neue Impulse für die eigene Arbeit bedingt durch den Austausch mit anderen Fachkräften. Durch das Herauskommen aus dem Berufsalltag verändert sich der Blickwinkel und die eigene Arbeitsweise wird reflektiert, hinterfragt bzw. gefestigt. Die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen wird vom Arbeitgeber durch Dienstbefreiung und Kostenbeteiligung bzw. -erstattung unterstützt und gefördert.

 

16. Elternarbeit

16.1. Verständnis von Elternarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns sehr wichtig. Da die Eltern wichtigste Bezugspersonen ihrer Kinder sind, haben sie auch das Recht, in den Kindergartenalltag einbezogen zu werden. Wir bieten den Eltern an, ein vertrauensvolles Verhältnis zu unserem Team entstehen zu lassen. Die Eltern vertrauen uns für einen halben oder einen ganzen Tag ihre Kinder an, damit sie fachlich betreut und in ihrer Entwicklung und ihren Bedürfnissen unterstützt werden. In Erziehungsfragen ergänzen sich Eltern und Erzieher. Dies geschieht durch steten Austausch in Gesprächen. So kann sich eine Partnerschaft bilden, die evtl. auftauchende Probleme sehr schnell entdecken und beheben kann. Das Verhältnis zwischen Eltern und Erzieherin ist von unserer Seite offen, ehrlich und akzeptierend. Wir verstehen Eltern und Erzieher als Partner, als Team in Bezug zur Erziehung der Kinder. Diese Zusammenarbeit ermöglicht uns, das Kind im zwischenmenschlichen Verhalten gegenüber Eltern und Erziehern einzuschätzen, als auch eine möglichst objektive oder neutrale Sicht zu gewinnen um so als professionelle Ratgeber den Eltern zur Seite stehen zu können.

16.2. Formen der Elternarbeit

Elternarbeit hat viele Gesichter. Zum einen im beratenden und informativen Bereich, darunter verstehen wir Beratungsgespräche, Kontakte knüpfen zu anderen Institutionen, Tür- und Angelgespräche, Elternbriefe, Gruppenelternabende, Elternabende mit Referenten. Einen weiteren Bereich der Elternarbeit sehen wir in der aktiven Mitarbeit der Eltern am Geschehen im Kindergarten. Dazu gehören Elternbeiratssitzungen, Kindergartenzeitung, Mithilfe bei der Gestaltung von Festen, Flohmarkt, Elternlaienspiel, Meinungsumfragen, Hospitationen in der Gruppe usw.

16.2.1. Elterngespräche

   Beratungsgespräch

Wir bieten den Eltern an, sich bei uns über das Verhalten ihrer Kinder im Kindergarten und über unsere Einschätzung ihrer Kinder in ihrer Entwicklung zu informieren. Solche Gespräche erfordern einen geplanten Zeitraum. In einer ruhigen Atmosphäre, in einem vom Gruppenraum entfernten Zimmer tauschen sich Erzieherinnen und Eltern über das Verhalten des Kindes aus. Themen sind Situationen zu Hause und im Kindergarten, die Stärken und Schwächen des Kindes werden angesprochen. Werden Probleme des Kindes sichtbar, versuchen beide Gesprächspartner, Lösungsmöglichkeiten zu finden. Unsere Aufgaben sehen wir auch darin, Rat suchenden Eltern Mut zu machen, ihnen jederzeit beratend zur Verfügung zu stehen und falls unsere Kompetenzen überschritten sind, an entsprechend spezialisierte Fachkräfte zu verweisen.

Tür- und Angelgespräche

Dies sind kurze Gespräche in der Bring- und Abholzeit. Durch sie ist schneller Kontakt zwischen Eltern und Erzieherinnen möglich. Hier können gegenseitige Kurzinformationen weitergegeben werden. Ein solcher Austausch kann auch als Vorbereitung zu einem Einzel-/Beratungsgespräch dienen.

16.2.2. Elternabende

         Gruppenelternabend

Gruppenelternabende sind vor allem zum Kennen lernen der Eltern untereinander da. Wir stellen den ersten Elternabend unter ein bestimmtes Thema, über das wir kurz referieren. Anschließend findet regelmäßig ein kritischer Gedankenaustausch statt. In diesem Austausch erfahren Eltern und Erzieher wie viele unterschiedliche Ansichten über Erziehung innerhalb einer doch recht begrenzten Anzahl an Personen herrschen. So aber werden Meinungen diskutiert und pädagogische Aspekte dargelegt. Etwas lockerer gestaltet sich der Elternabend, der unter das Thema „Basteln für den Adventskalender“ gestellt ist. Dieser Abend ist eher privater Natur und soll vorwiegend zur Kommunikation der Eltern untereinander dienen.

16.3. Wie vermitteln wir unsere Arbeitsweise an die Eltern

Eltern interessieren sich über alle Dinge, die ihre Kinder im Kindergarten machen. Wie schon erwähnt, erfahren sie einiges an Elternabenden, in Gesprächen, an Festen wie Sommerfest, St. Martin. Jedoch wollen auch die Kinder letztendlich zeigen, was sie alles tun und getan haben. So gestalten wir jedes Jahr eine Sammelmappe, in der wichtige Werke aufbewahrt werden, wir stellen Selbstgefertigtes der Kinder im Gruppenzimmer, an den Wänden im Flur, an den Fenstern aus. Fotos dokumentieren unsere Feste, Ausflüge, verschiedene Aktivitäten und den normalen Alltag. Unsere stets offenen Zimmertüren sollen die Eltern einladen, ins Zimmer zu kommen und sich zu informieren. Gerne laden wir die Eltern nach Weihnachten ein, einen ganzen Vormittag in der Gruppe zu verbringen. Um möglichst rasch Informationen an alle Eltern weitergeben zu können, bedienen wir uns der Informationsbriefe und Infos, die an der Pinnwand im Eingangsbereich und an den Gruppenzimmern angebracht sind.

17. Vernetzung

17.1. Zusammenarbeit mit dem Träger Zwischen dem Kindergarten und dem Träger findet ein regelmäßiger Austausch über pädagogisch-konzeptionelle, arbeitsrechtliche, betriebsorganisatorische Fragen und Anliegen statt.

17.2. Zusammenarbeit mit Fachberatung

Die Fachberatung ist eine Dienstleistung im Kooperationsverbund von Caritas und Kirche für die pädagogischen Fachkräfte und dem Rechtsträger. Die Aufgabe besteht darin, die Einrichtung in pädagogisch-konzeptionellen, organisatorischen, rechtlichen und vielen anderen Fragen, die für unser Arbeitsfeld relevant sind, zu beraten. Bei Bedarf besucht die Fachberatung die Einrichtung, berät und unterstützt bei anstehenden Fragen.

17.3. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Unsere Einrichtung kooperiert mit den verschiedenen externen Fachkräften und Beratungsinstitutionen vor Ort. Wir arbeiten mit den Kräften eng zusammen, um eine optimale Unterstützung in der Entwicklung und Förderung der Kinder zu erreichen.

18. Kinderschutz § 8 a SGB VIII

Die Kindertagesstätten sind verpflichtet den § 8a SGB VIII „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“ wahrzunehmen.

• § 72 a SGB VIII Persönliche Eignung

Nach § 30 a liegen von allen pädagogischen Fachkräften als persönliche Eignung erweiterte Führungszeugnisse vor. Diese sind nach gesetzlicher Vorgabe alle 5 Jahre zu erneuern.

• ISOFAK

Bei auftretenden Fällen von Kindeswohlgefährdungen ist bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos eine InSOweit erfahrene FAchKraft hinzuzuziehen.

Diese wird durch das Jugendamt benannt.

• Fortbildung

Alle pädagogischen Fachkräfte nehmen regelmäßig an Fortbildungen zum Thema Kinderschutz § 8a Abs. 2 SGB VIII teil.

• U-Heft

Nach § 3 AV BayKiBiG Kinderschutz ist bei der Anmeldung zum Besuch einer Kindertageseinrichtung von den Personensorgeberechtigten das U-Heft vor zulegen.

• Handlungsleitlinien

Alle pädagogischen Fachkräfte sind über die Vorgehensweise bei Verdacht einer Kindeswohlgefährdung informiert und angewiesen nach den vorliegenden Leitlinien zu handeln.

 

19. Qualitätssicherung

Unser Kindergarten hat an dem für katholische Tageseinrichtungen für Kinder in der Erzdiözese München und Freising durchgeführten Projekt: „Qualitätsmanagement in katholischen Kindertagesstätten“ teilgenommen. Im Zuge dieses Projektes erarbeitete unsere Einrichtung ein Qualitätshandbuch und fasste in diesem unser Leitbild und seine Qualitätsziele, die Richtlinien zur Führung und Organisation der Einrichtung, die Gestaltung der Angebote zur Förderung der Kinder, die Ziele für die Zusammenarbeit mit den Eltern, sowie Maßnahmen für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zusammen. Damit hat unsere Einrichtung wesentliche Grundlagen für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung erarbeitet und die Ziele des Projektes weittestgehend umgesetzt.

19.1. Elternbefragung

Ein Instrument der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in unserer Einrichtung ist eine jährlich stattfindende Elternbefragung.

19.2. Beschwerdemanagement

Neben der Elternbefragung ist ein weiteres Instrument der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung das Beschwerdemanagement. Bei Elternabenden, Elternbeiratssitzungen, im Einzelgespräch oder auch im Tür-und Angel-Gespräch suchen wir den engen Austausch mit den Eltern. Nur im ständigen Dialog mit den Eltern gelingt es, die Erwartungen der Eltern zu erkennen, darauf zu reagieren und somit Unzufriedenheiten zu verringern und Wünsche und Bedürfnisse der Eltern zu integrieren. Die entwickelten Handlungsleitlinien tragen dazu bei, die Beschwerdeanlässe zu erfassen und zu minimieren. Dadurch begegnen uns die Eltern mit mehr Offenheit, die Beziehungsebene zwischen Eltern und Mitarbeiterinnen verbessert sich und die Zufriedenheit der Eltern steigt.

Überarbeitung September 2017

 

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